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PROJEKT
Entwicklung eines integrierten Gesamtverfahrens zum Sphagnumanbau
GesaSpAn
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Im Projekt sollten Entwicklungslücken in der Erntekette des Sphagnum Farmings geschlossen werden. Sowohl die Beräumung des Erntegutes nach der Entnahme als auch die fahrzeugbreite Ausbringung von Pflanzmaterial waren zu entwickeln. Daneben waren Tests und Optimierungen von Ernteverfahren geplant. Das zu Projektbeginn vorhandene Erntefahrzeug sollte zu einem Prototyp weiterentwickelt werden. Zur Referenzierung der Schnitt- und Erntevarianten waren Parzellenversuche vorgesehen.
Hintergrund: 

Frisch geerntete Torfmoose gehören zu den besten Alternativen für Torf in Erden und Substraten, da sie von ihren chemischen und physikalischen Eigenschaften her dem Torf am ähnlichsten sind. Sie können auf landwirtschaftlich genutzten Hochmoorflächen angebaut werden. Die dafür notwendige Vernässung der Standorte verringert die Emission klimarelevanter Gase aus diesen Böden erheblich. Ein Schwachpunkt im bisherigen Anbauverfahren ist die Ausbringung des Pflanzgutes auf die Kulturflächen. Außerdem wäre eine Vollernte mit sofortiger Wiederausbringung der Capitula (Köpfchen) der Torfmoose evtl. die effektivste Art der Ernte mit Weiterkultur. Für diese beiden, im Gesamtverfahren der Torfmoos-Kultivierung entscheidenden Arbeitsschritte fehlen bisher angepasste Techniken. 

Inhalte des Projektes: 

Im Rahmen des Vorhabens (2220MT002X) wurde für die gleichmäßig dosierte Ausbringung des Vermehrungsmaterials eine Technologie entwickelt, die an ein derzeit in der Entwicklung befindliches Sphagnum-Erntefahrzeug anschließt. So können zukünftig alle wesentlichen Bearbeitungsschritte mit einem sehr boden- und kulturschonenden Fahrzeug erledigt werden. Weiterhin ist mit den zu entwickelnden und zu erprobenden Komponenten die vermutlich effektivste Art des Sphagnum-Anbaus möglich: 

Bei einer Ernte werden die obersten Köpfchen der Moose als Pflanzgut wieder auf der Fläche verteilt. Außerdem ist eine alternative Erntegut-Beräumung Teil des Projekts. Für diese Aufgaben sollten bereits etablierte Sphagnum-Kulturflächen im Hankhauser Moor bei Rastede für die Versuche optimiert und gepflegt, geerntet und neu bepflanzt werden. 

Projektabschließend wurden die entwickelten und erfolgreich getesteten technischen Komponenten des Gesamtverfahrens zur Prototypenreife gebracht und mit Hilfe von verschiedenen CAx-Techniken optimiert und nachhaltig dokumentiert.

Ergebnisse
  1. Das verwendete Erntefahrzeug ist sehr gut für eine effektive Flächenpflege geeignet. 
  2. Die optimale Erntemethode für Sphagnum-Kulturflächen besteht im langsamen und schnittfreien Herausreißen von Pflanzen aus dem Bestand.
  3. Eine partielle, streifenweise Ernte scheint für die Regeneration der Flächen von Vorteil zu sein.
  4. Für eine gleichzeitige Ernte mit Erntegut-Beräumung wird ein leistungsstärkeres Erntefahrzeug benötigt. Noch vorteilhafter erscheint aber die Entwicklung und der Einsatz eines zweiten Fahrzeugs. Der Oberteil dieses Fahrzeugs sollte speziell für die Aufgaben Erntegutentwässerung, - beräumung und Ausbringung von Pflanzmaterial gestaltet sein. 

Während der Projektlaufzeit wurden weitere Versuche durchgeführt, da z.B. für die Trocknung des Materials noch kein effektives Verfahren existiert, alle Beteiligten aber an einer baldigen und vollständigen Etablierung des Sphagnum Farmings interessiert sind.

Fördervolumen in Euro
372.498,65
Kontakt

mera Rabeler GmbH & Co. KG
Christian Wentzien, Projektleitung

Lindenstr. 3
21435 Stelle

Telefon: 04174 5909369
E-Mail: christian.wentzien@mera-rabeler.de