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Erkenntnisse

In dieser Übersicht werden wichtige neue Erkenntnisse zum Moorschutz in Deutschland gesammelt. Diese können z. B. Projekten, Publikationen oder Veranstaltungen entspringen.

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VERANSTALTUNG
Den am 5. Oktober 2023 beginnenden Trilog zum Renaturierungsgesetz in Brüssel vor Augen, verabschiedeten die Teilnehmenden der Konferenz eine gemeinsame Erklärung mit dem Titel "Empower nature, climate and future now!". Darin fordern über 90 Organisationen alle Entscheidungsträger*innen auf, dafür zu sorgen, dass angemessene Ziele für die Wiederherstellung aller Moorgebiete in die endgültige Fassung des Gesetzes zur Wiederherstellung der Natur aufgenommen werden.
PROJEKT
Das Promotionsprojekt (2012-2015) untersuchte erstmalig die Kultivierung von Drosera rotundifolia in wiedervernässten Hochmoorbereichen sowie die Eignung von Torfmoosfelder. Besonders positive Effekte der Drosera-Kultivierung sind beispielsweise die Gewährleitung einer regionalen Drosera-Produktion bei gleichzeitigem Schutz der Wildpopulationen, sowie das Schaffen von Arbeitsplätzen und Einkommensalternativen für Landwirte und verarbeitenden Gewerbe in moorreichen Regionen, die sich in peripheren bzw. strukturschwachen Regionen befinden. Desweiteren schont Drosera-Kultivierung als Form von Paludikultur (nasse Bewirtschaftung von Mooren) den Torfboden und kann als Alternative zur konventionellen Moorbewirtschaftung Treibhausgasemissionen verringern.
PROJEKT
Als ökonomische Erkenntnisse kann festgehalten werden, dass die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) eine entscheidende Lenkungswirkung auf die Moornutzung zeigte und gut geeignet wäre, einen neuen Kurs zu setzen. Es wurden keine bereits bestehenden Anreize identifiziert, die explizit die Umstellung von entwässerungsbasierter Moorlandwirtschaft auf Paludikultur unterstützen. Die Höhe der Zahlungen beeinflusst die Akzeptanz von Maßnahmen. Beratungsdienste, die Verbreitung von Moor- und Klimaschutzwissen in der Region und die Unterstützung der umsetzenden Landwirt*innen sind von entscheidender Bedeutung.
In Bezug auf Ernte- und verfahrenstechnische Erkenntnisse zeigen die Ergebnisse, dass eine torfschonende Ernte aus nassen und wiedervernässten Mooren mit Anpassungen der Erntetechnik, der Logistik und der Standortinfrastruktur möglich ist.
PROJEKT
Von der gesamten Moorfläche Greifswalds (472 ha) weisen 411 ha (87 %) ein deutliches Treibhausgas-Einsparpotential auf, wovon aller Voraussicht nach 303 ha (64 %) zu vernässen sind, um Torfverlust und einen Großteil der Emissionen zu vermeiden. Etwa 180 ha (36 %) der entwässerten Moore liegen überwiegend unter dem Meeresspiegel, sind verantwortlich für 43 % der Treibhausgas-Emissionen (3.285 t CO2-Äq. a-1) und sind zu 89 % im Eigentum der Universitäts- und Hansestadt Greifswald.
PROJEKT
Die Generierung von CO₂-Emissionszertifikaten via Humusaufbau zur Kompensation von Treibhausgasemissionen wird nicht unterstützt. Hauptgründe sind die fehlende Permanenz, aufwändige und damit teure Quantifizierung und die geringe maximal mögliche Einsparmenge. Von Emissionszertifikaten als Förderinstrument für Agroforstsysteme ist ebenfalls abzuraten. Das Instrument der CO₂-Zertifikate ist im Bereich des Moorschutzes als absolut vielversprechend und fachlich gut umsetzbar anzusehen. Pflanzenkohlezertifikate werden als machbar, attraktiv und bei richtiger Verwendung als sinnhaft bewertet.
PROJEKT
Mit OptiMOOS wurde ein 'best practice'-Produktionssystem für die Torfmoos-Paludikultur abgeleitet. Dieses umfasst einen geringen Oberbodenabtrag von 5 bis 10 cm mit Erhalt des Mikroreliefs, Fahrdämme und offen Gräben nur noch an den Stirnseiten der Produktionsflächen sowie die Verbindung der Gräben durch flache Rillen im Abstand von 5 bis 10 m für die Wasserversorgung der Torfmoose. Unterirdische Rohre (Unterflurbewässerung) haben sich für die Bewässerung langfristig nicht bewährt, da sie innerhalb von 1 bis 2 Jahren verstopften. Die Wasserfilterung über Wasserbecken (bepflanzt mit Rohrkolben oder Schilf), konnte nicht nachgewiesen werden. Dahingegen ist die Torfmoos-Anbaufläche ein Nährstofffilter. Zudem wurde gezeigt, dass diese Flächen auch langfristig Ersatzhabitate für selten gewordene Moorarten sind. Rohrkolben, Schilf und Torfmoos eignen sich als Torfersatzstoffe. Es wurde ein Substrat auf Basis von Paludikultur-Biomasse entwickelt.
PROJEKT
Der OptiMoor-Feldversuch zeigte, dass durch ganzjährig bei ca. 0 – 10 cm unter mittlerer Geländeoberfläche eingestelltem Wasserstand, Entfernung des nährstoffreichen, diasporenhaltigen landwirtschaftlichen Oberbodens sowie Beimpfung mit Torfmoosen innerhalb weniger als drei Jahren eine geschlossene Torfmoosdecke mit hochmoortypischen Gefäßpflanzen und nennenswertem Höhenwachstum etabliert und eine Treibhausgasminderung bis hin zur Kohlenstoffsenke erreicht werden kann. Ohne Beimpfung ist mit ähnlichen Ergebnissen zu rechnen, allerdings dauert diese Entwicklung länger, vermutlich mindestens ein Jahrzehnt. Ohne Oberbodenabtrag ist in einer intensiv genutzten Landschaft mittelfristig nicht mit einer hochmoortypischen Lebensgemeinschaft zu rechnen, die Wiedervernässung sorgt aber dennoch für die Vermeidung der meisten THG-Emissionen der entwässerungsbasierten Nutzung.
PROJEKT
Bultbildende Torfmoose etablierten sich nur sehr kleinflächig. Eine flächige Ausbreitung von Schlenkentorfmoosen, die Entwicklung von Akrotelm und eine Streuauflage verringerten die Verdunstung der Fläche. Ein winterlicher Überstau von 10 bis 30 cm für Schlenkenbereiche ist ausreichend. Es konnte aufgezeigt werden, dass sich ein teilabgetorftes Hochmoor mit einer Restschicht aus stark zersetztem Hochmoortorf (Schwarztorf) wiedervernässen lässt und eine erste Akrotelmentwicklung stattfinden kann. Auch bei einem moderaten weiteren Temperaturanstieg dürften die klimatischen Bedingungen für die Hochmoorregeneration in Nordwestdeutschland ausreichen.
PROJEKT
Die Ergebnisse der Voruntersuchung lassen erkennen, dass die Durchführung eines Erprobungs- und Entwicklungshauptvorhabens aufgrund der ermittelten Flächenkulisse und der Art der notwendigen Maßnahmen keine geeignete Option für ein Umsetzungsprojekt darstellt. Eine sinnvolle Alternative könnte die Umsetzung im Rahmen eines Projektes im Bundesprogramm "Biologische Vielfalt" sein.
Die Wiedervernässung von Moorlebensräumen auf der Bergischen Heideterrasse bietet ein sehr hohes Potenzial für Förderung und Schutz von Biodiversität und Ökosystemleistungen sowie den Aufbau eines Biotopverbundes.
PROJEKT
Die Ergebnisse zeigen, dass die Regelung der Grundwasserstände die Sackung/Minieralisierung der Böden nicht zum Stillstand bringen kann, solange eine Bewirtschaftung der Flächen angestrebt wird. Die Nutzung wird zunehmend schwieriger werden und in der jetzigen Form nicht dauerhaft möglich sein. Optimal wäre die Akkumulation von Kohlenstoff durch torfbildende Vegetation. Die Ergebnisse zeigen für Kiebitz und Großen Brachvogel eine positive Entwicklung. Für die Uferschnepfe wurde eine negative Entwicklung festgestellt, für die Bekassine eine indifferente. Problematisch ist weiterhin der durchgehend zu geringe Bruterfolg.
PROJEKT
Paludikulturen und sehr feuchte Bewirtschaftungsverfahren können moortypische Biodiversität fördern. Geeignete Maßnahmen zur weiteren Förderung von Biodiversität als auch zur Hemmung negativer Wirkungen durch die Bewirtschaftung wurden in einem Maßnahmenkatalog zusammengetragen. Ein Monitoringkonzept für Paludikulturen und sehr feuchte Bewirtschaftungsverfahren liegt ebenfalls vor.
Das Konzept für naturschutzfachliche Anforderungen an Paludikulturen und sehr feuchte Bewirtschaftungsverfahren auf organischen Böden im Rahmen des F+E-Projektes "PaluDivers" steht online zur Verfügung.
PROJEKT
In Bezug auf den Moorschutz besteht auf nationaler Ebene umfangreicher Handlungsbedarf. Dieser bezieht sich laut Abschlussbericht, insbesondere auf die Bereiche (1) Verbesserung der rechtlichen, planerischen und ökonomischen Rahmenbedingungen, (2) Förderung der Umsetzung konkreter Maßnahmen auf ungenutzten und genutzten Flächen, (3) Wahrnehmung der Vorbildfunktion des Bundes in Bezug auf Flächen in Bundeseigentum sowie (4) Forschung, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit.
PROJEKT
Anfang 2023 wurde im BfN-Fachmagazin "Natur und Landschaft" der Artikel "Ermittlung von Potenzialgebieten für Moorschutzmaßnahmen in Deutschland" veröffentlicht, der die Projektergebnisse vorstellt.
Auf Grundlage ermittelter Indikatoren wurden Gebiete mit vergleichsweise hohen Potenzialen für die kurz- bis mittelfristige Umsetzung von Moorschutzmaßnahmen identifiziert. Insgesamt wurden hierbei bis zu 26 Indikatoren der Bereiche Hydrologie/Topographie, rechtlicher Status, aktuelle Nutzung und Wertschöpfungspotenzial hinsichtlich ihrer Bedeutung für den Moorschutz bewertet und zusammen analysiert. Daraus wurden Gesamtbewertungen für "Umsetzungschancen" und "potenzielle maximale Effekte" abgeleitet.
PROJEKT
Das LIFE Peat Restore (LPR) Team hat das Projekt im März 2022 erfolgreich abgeschlossen. Das wichtigste der Ziele wurde erreicht, die Wiederherstellung von über 5.300 ha degradierter Moorfläche. Die Auswirkungen auf den Klimaschutz dieses Projekts sind beeindruckend, denn die Wiederherstellung wird schätzungsweise zu einer Reduktion von 30 % des Global Warming Potentials (GWP) führen. Eine kompakte Übersicht der Projektmaßnahmen und -erfolge bietet der Layman's report.
PROJEKT
Die auf den Bergwiesen im Osterzgebirge umgesetzten baulichen Maßnahmen haben erfolgreich zur Wiedervernässung des entwässerten Moores geführt. Die Wasserstände konnten deutlich angehoben werden.
PROJEKT
Wärmere Bedingungen erhöhen die Treibhausgasemissionen im intensiven Grünlandsystem. Die Umstellung der Bewirtschaftung auf Paludikultur (Seggen) führt zu Treibhausgas-Reduktionen, die einen Netto-Kühlungseffekt mit einer Aufnahme von ca. 10 t CO₂-eq ha-1 yr-1 bewirkt. Die starke Kohlenstoff-Senke könnte bei einer Erwärmung beibehalten werden. Wiedervernässte Moorböden mit angepassten Pflanzenarten unterstützen die Treibhausgasminderung und können die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen auch unter dem Klimawandel fördern. In einer wärmeren Welt sollten Anpassungsmaßnahmen für organische Böden daher eine Änderung der Bewirtschaftung in Richtung Paludikultur beinhalten.
PROJEKT
Durch Wiedervernässungsmaßnahmen, die im Rahmen des bayerischen Programms zur Moorrenaturierung KLIP durchgeführt wurden, konnten auf über 1.000 ha seit 2008 rund 200.000 t CO₂-Äquivalente eingespart werden. Für 2020 gilt: Bayerns organische Böden emittieren: 6,7 (5,7-7,3) Mio. t CO₂-Äquivalente a-1. Für die Berechnung der Einsparleistung ist die Kenntnis über den durchschnittlichen Flächen-Jahreswasserstand zentral. Da nicht immer gemessene Pegelstände zur Verfügung stehen, kann Vegetation als Proxy dienen.
PROJEKT
Mit den durch das bayerische Programm zur Moorrenaturierung KLIP 2020 geförderten Projekten konnten im Zeitraum von 2008 bis 2015 etwa 60.000 t CO₂-Äquivalente eingespart werden und naturschutzfachliche Ziele erreicht werden. In Bezug zu dem Mitteleinsatz ergeben sich bei einer 50-Jahres-Berechnung Vermeidungskosten von ca. 30 Euro / t CO₂.
PROJEKT
Niedermoorpaludikulturen weisen die aktuell höchste empirisch nachgewiesene Klimaschutzleistung aller Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgas-Emissionen im Landnutzungs-Sektor auf und können vermutlich als eine der effizientesten und kostengünstigsten natürlichen Klimaschutzlösungen angesehen werden. Dämm- und Baustoffplatten, Verpackungsmaterialien sowie biobasierte Kunststoffe scheinen am vielversprechendsten in der Nutzung der anfallenden Biomasse zu sein. Aktuell ergeben sich aufgrund des Fehlens marktetablierter Veredelungsprodukte aber noch negative Deckungsbeiträge.
PROJEKT
Durch fortschreitende Torfsackung ist die Landwirtschaft auf bayerischen Moorböden endlich. 25 % der landwirtschaftlichen Nutzflächen (v. a. Ackerbau) auf Moorböden erreichen innerhalb von 15 Jahren die Grenze der Bewirtschaftbarkeit, 38 % innerhalb von 30 Jahren. 70.000 Hektar Moorböden in Bayern haben günstige sozioökonomische Ausgangsbedingungen für den Klima- und Moorbodenschutz. Bei 90.000 Hektar gibt es sozioökonomische Hürden.